Sonnenaufgangsautomat

 
 

„Die Sonne kommt – egal, was nachts passiert ist.“


Der Sonnenaufgang ist alltäglich, selbstverständlich, wird oft nicht bemerkt oder verschlafen. Gründe genug, sich dieses Lichtphänomen einmal genauer anzusehen. Was gibt es daran aus physikalischer, kultureller, medialer, beruflicher, technischer oder spiritueller Perspektive zu entdecken? Wann haben wir zuletzt einen Sonnenaufgang erlebt und welche persönliche (Be-)Deutungen hat er für uns?


„Die erste Ausgabe des chinesischen Morgenmagazins war die Live-Übertragung des Sonnenaufgangs an verschiedenen Stationen im ganzen Land.“


Sieben Sonnenaufgänge – aus Blankenstein, Chengdu, Chicago, Kapstadt, Moskau, Nordstrand und Werther – haben wir in Gesprächen mit unseren Sonnenaufgangspat*innen reflektiert und befragt, in Wellenlängen zerlegt und sie in einer installativen Anordnung reproduziert: Im Sonnenaufgangsautomaten, einer Box von 2,12m3. Darin sind sie als reines Lichterlebnis erfahrbar – entkoppelt von den Orten ihres Geschehens, den Bildern und Routinen, die sie begleiten. Verknüpft sind sie mit Erzählungen von Personen, die über ihre persönlichen (Be-)Deutungen der Sonnenaufgänge sprechen und dabei gerade das thematisieren, was über die physikalisch messbaren Werte hinausgeht.

Wer einen Eindruck von unserem Arbeitsprozess bekommen möchte, kann sich unter „Aktuelles“ die Einträge zum Projekt ansehen oder auf der Seite unseres Premierenortes, den Rottstr5-Kunsthallen vorbeischauen.

Rezensionen zur Installation gibt es nachzulesen in der WAZ sowie in literaturundfeuilleton.

Gefördert von der Kunststiftung NRW, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, dem NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, dem Kulturbüro der Stadt Bochum sowie der Stiftung Pro Bochum.

„Das ist, als würdest du deine Augen das erste Mal aufmachen!“


Verbinden die einen Achtsamkeit und die noch offenen Möglichkeiten des neuen Tages mit dem Sonnenaufgang, bedeutet er für die anderen Entlastung von der Verantwortung einer langen Nachtschicht. Erlebt der eine bei Sonnenaufgang eine erhabene göttliche Energie, bringt er für den anderen den unerbittlichen Leistungsdruck und die Hektik des beginnenden Tages mit sich.


„Die Maschinerie fängt an zu laufen.“


Die performative Installation Sonnenaufgangsautomat ist unser Experiment, das Lichtereignis zu abstrahieren, auf ungewöhnliche Weise erfahrbar zu machen und neue Perspektiven darauf zu eröffnen. In einer Anordnung, die sinnlich-abstrakte Lichterlebnisse und konkrete Erzählungen zusammenbringt, laden wir zu Erkundungen des Zusammenhangs zwischen Lichtphänomenen und persönlichen Bedeutungen ein.